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Schülerrezensionen der Klasse 10 D

Reinfall oder Höhenflug? 

Zwei Theaterkritiken der 10 D zum Theaterstück „Abflug“ das am 17. März auf der Halepaghenbühne aufgeführt wurde:



Die Massenabschiebung – ein voller Reinfall

Am 17. März 2011 führte das Theater STUECKWERK das Schauspiel „Abflug“ von Martin Lüttge von 12.00 bis 13.45 Uhr auf der Halepaghenbühne in Buxtehude auf. Die Schauspieler Theresa Hanich, Dominik Burki und Niels Klaunick thematisierten hierbei die Massenabschiebung in Deutschland lebender Afrikaner in ihr Ursprungsland, wobei im Titel auf die erste deutsche Massenabschiebung , den „Abschiebeflug FHE 6842“ angespielt  wird. Das Theaterstück basiert also auf tatsächlichen Ereignissen.

Der 30-jährige Raimou aus Ghana hat sein Heimatland in Zeiten einer schweren Wirtschaftskrise, die sich bei ihm dadurch bemerkbar machte, dass die einheimischen Tomaten durch Importsubventionen teurer wurden als die importierten, verlassen und in Deutschland Arbeit als Tellerwäscher gefunden. So konnte er seine Familie in Ghana über die Runden bringen. Die Fluchtzeit der Reise betrug sechs Jahre und der Job als Tellerwäscher wurde, anders als ursprünglich versprochen, schlecht bezahlt. Dann ereignete sich der Tag der Abschiebung, sodass er bald darauf ohne Geld zu seiner Frau nach Afrika zurückkehrte.

Melina, ein 17-jähriges Mädchen afrikanischen Ursprungs, lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Sie ist hier vollkommen integriert und und hat keine Probleme. Doch muss auch Melina die Abschiebungsreise antreten. Sie weiß nicht, dass ihre Eltern nicht mit ihr im Flugzeug sitzen, bis ihr nach der Ankunft berichtet wird, die Mutter würde von Frankfurt aus mit ihrem Bruder nachkommen und der Vater sei in Deutschland aufgrund einer Krankheit zurückgeblieben. Melina kommt in Ghana, das für sie völlig fremd ist, zu ihrem Onkel, von dem sie lediglich als Dienstmädchen behandelt wird. Später, als sie bereits an Malaria erkrankt ist, kommen auch Mutter und Bruder eingeflogen. Melina hat Glück, wird von ihrem Freund aus Deutschland gerettet. In Deutschland erfährt sie : Melanie hat viel zu hohe Abschiebungskosten ‚verursacht’, die sie nicht bezahlen kann. Somit war die Massenabschiebung aus Sicht der Ausländer ein voller Reinfall.

Das Theaterstück ist sehr fantasievoll gestaltet, was vor allem daran liegt, dass nur wenige Requisiten wie auch Schauspieler auftreten. Das Bühnenbild ist zwar nicht vollends ansprechend gestaltet, da ein schwarzes Gerüst auf der Bühne steht und diese fast ganz ausfüllt, doch ist es vielseitig als Gebäude oder Flugzeugcockpit einsetzbar gewesen. Auch die Kostüme wurden den Rollen entsprechend angefertigt und eingesetzt und es wurde deutlich, was die Schauspieler in den Kostümen darstellen sollten. Die Akteure schlüpften in viele verschiedene Rollen und zeigten dabei eine ausdrucksstarke Mimik und Gestik, der gesamte Platz der Bühne wurde hierbei vorteilhaft genutzt. Dadurch, dass eine musikalische Untermalung bei besonders interessanten Szenen eingebracht wurde, wurde der Effekt und die Aufmerksamkeit erhöht.

In der besonders mitreißenden Szene des Traumes von Melina wurde rotes Bühnenlicht verwendet, das die notwendige Schaurigkeit erzeugte.

Insgesamt kann dieses Theaterstück jeder Altersklasse nur empfohlen werden, da in diesem Stück die wichtige Problematik der Massenabschiebung und die gesamte Palette der Gefühle und Handlungsweisen der deutschen Abschiebungspraxis, und noch wichtiger, die der Abgeschobenen persönlich, äußerst prägnant und fokussierend, sowie fantasievoll  und abwechslungsreich dargestellt werden. Die Thematik der Massenabschiebung sollte niemand ignorieren und daher gibt es schließlich nur einen Rat an die Menschen: Wer tolerant genug ist und die integrationswilligen Immigranten respektiert, sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen – besonders, indem er sich dieses Stück ansehen möge.

Laura-Janine Thiesemann, 10D

 


Kein Höhenflug für den „Abflug

Auf der Halpaghen-Bühne in Buxtehude wurde am vergangenen Donnerstag, den 17.03.2010 das Drama „Abflug“ von Theresa Hanich, Dominik Burki und Niels Klaunik aufgeführt.

Das Stück handelt von einer jungen Togoerin, die aus Deutschland ausgewiesen wird und zurück nach Togo kommt, jedoch ohne Eltern. Sie kommt zu ihrem Onkel und lebt unter ärmsten Verhältnissen. Ihr Freund aus Deutschland kommt nach Togo und heiratet sie, damit sie zusammen zurück können. In Deutschland angekommen gelangt sie jedoch nicht durch die Kontrollen am Flughafen, weil sie die Kosten, die der Staat für ihre Ausweisung bezahlt hat, nicht übernehmen kann.

Die schauspielerische Leistung war gut, da die drei Schauspieler mit wenig Requisiten und einem eher schlichten Bühnenbild die ganze Handlung sehr gelungen dargestellt haben. Für meinen Geschmack war das Bühnenbild jedoch zu schlicht. Außerdem fand ich das Konzept, die ganze Geschichte mit nur drei Schauspielern zu inszenieren, nicht ganz optimal. Auch die Kostüme waren nicht ganz gelungen aber ein richtiger Kostümwechsel ist zu dritt auch sehr schwer zu realisieren.

Viele junge Zuschauer fanden das Theaterstück weniger interessant als ihre älteren Mitschüler. Letztendlich waren die Meinungen jedoch sehr gemischt. Meiner Meinung nach behandelt das Stück das wichtige Thema Abschiebung, es war aber leider nicht so interessant, wie es sich von einem Stück, welches ein so wichtiges Thema anspricht, erwarten lässt.

John Lukas Dede, 10 D

 

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