| | Drucken | |
![]() Leistungskurs Geschichte Kursfahrt nach Prag
Muss das denn jetzt sein? – Unbedingt!
Prag, verkehrte Welt! Das konnten 15 Schüler des Geschichtsleistungskurses von Herrn Hennig in der tschechischen Hauptstadt feststellen. Begleitet wurde die einwöchige Fahrt im September von Herrn Drescher.
Größtenteils beruhigt konnte so das Programm in Angriff genommen werden – bei gefühlten und anstrengenden 30 Grad täglich. Auf dem ausgeklügelten Kulturplan standen einerseits die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die während der Rundgänge durch die Alt- und Neustadt, die Burg (Hradschin) sowie das jüdische Viertel erkundet wurden. Das bedeutete vor allem Kirchen und Referate zu den Wahrzeichen en masse. Besonders faszinierte das Nachtleben der Kleinseite (Malá Strana) unterhalb der beleuchteten Burg mit ihren zahlreichen Bars, Restaurants und Clubs. Der Besuch der Oper „La traviata“ rief unterschiedliche Reaktionen hervor. Einige begeisterte Verdis Liebesdrama um die junge Violetta, andere die prächtige Staatsoper. Dennoch traf das Stück nicht den Geschmack von allen. Durch das Programm der letzten beiden Tage mussten wir uns schon fast quälen vor Müdigkeit und Unlust. Es wurde aber von unserem Begleiterduo Herrn Hennig und Herrn Drescher – erklärten sich selbst zu „ein Herz und einer Seele“ – konsequent durchgezogen, wenn auch widerwillig: „Muss das denn jetzt sein, Herr Drescher?“ –„Unbedingt!“
![]() Die Zeitzeugin Marie Šupiková erlebte dies als 10-jährige mit und schilderte die grausamen Ereignisse auf eindrucksvolle und berührende Weise. Ihr Bericht wurde später im Kurs ausgiebig diskutiert. Auch Theresienstadt steht mit dem Nationalsozialismus in Verbindung. Dort befand sich ein Konzentrationslager in einer Festung mit engen, dunklen Geheimgängen, die wir selbst begehen durften. In der so genannten Großen Festung, die während des Nationalsozialismus Ghetto bzw. Durchgangslager für Juden auf dem grausamen Weg in die Vernichtungslager war, kamen über 33.000 Menschen um. Bewältigt wurde die Fahrt dorthin etwa nicht mit einem üblichen Reisebus, sondern in einem klapperigen Bulli, der unglaublicherweise Platz für alle bot. Beinahe beängstigend waren die Geräusche aus dem Motorenraum und die Verriegelung der Schiebetür, ein Seil.
Text: Tim Scholz
Fotos: Birte, D. Drescher |
Termine
- 16.05.2012: - 26.05.2012: Litauen-Austausch: Schüler der HPS in S...
- 21.05.2012: - 26.05.2012: Schweden-Austausch: Schüler aus Örebro...
- 23.05.2012: - 15.06.2012: Schriftliche Abiturprüfung (Nachschreib...
- 23.05.2012: | 16.00 GA/ SV-Sitzung
- 26.05.2012: - 29.05.2012: Pfingstferien
- 27.05.2012: - 03.06.2012: Comenius: Koordinatoren- und Schülertre...
- 30.05.2012: 5. Klassen: Wahl der zweiten Fremdsprach...
Wetter
Temp: 13.3 °C
Globalstrahlung: 18.0 W/m²
Regen(Heute): 0.0 mm
Luftfeuchtigkeit: 89 %
Luftdruck: 1017.8 hPa
Windgeschwindigkeit: 5 km/h
Windrichtung: 35 ° (NO)
Weitere Daten sind hier.
Besucherzähler
| Heute | 110 |
| Gestern | 374 |
| Gesamt | 337978 |

Vor der Reise war die Begeisterung für die Stadt und das Hotel eher gedämpft. Doch das änderte sich schnell nach der siebenstündigen Zugfahrt, als wir unser Zwei-Sterne-Hotel im Stadtteil Nusle erreichten: innen hui, außen pfui! Während die hellgrüne, bröckelige Fassade von einer heruntergekommenen, antiquierten Absteige mit teils eingeschlagenen Außenfenstern zeugte, überraschte das Innenleben. Die vermeintliche Absteige war zwei Tage zuvor runderneuert eröffnet worden. Uns erwarteten saubere und geräumige Zweier- und Dreierzimmer. Einziger Malus: Hin und wieder kam es vor, dass sich jemand im Badezimmer einsperrte, da die Türgriffe noch fehlten. Außerdem verschwanden manchmal mysteriöserweise Gegenstände.



Wir erfuhren nicht nur die kulturelle Seite der Kafka-Stadt, sondern auch die frivole, eigenartige. Zebrastreifen haben keine Geltung, die Straßenbahnen werden von Fahranfängern gefahren, Angebote für Drogen, Discos oder Stripclubs lauern an jeder Ecke zu jeder Tageszeit und für einen Cheeseburger (100 tschechische Kronen = 4 Euro) erhält man theoretisch drei bis vier Bier à 0,5 Liter. Für den gleichen Betrag kann man, wenn man gründlich sucht, auch gut und günstig in einem Restaurant essen gehen – eine andere Welt eben.
