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![]() Ehemalige HPSler berichten aus allen Ecken der Welt:
Sanna Mustelin (Abitur 2009)
berichtet aus Kambodscha
Liebe HPSler! Nach dem Abi dieses Jahr möchte ich nicht einfach verschwunden sein; schuldig bin ich meiner alten Schule, zu berichten, wohin sie mich geführt hat: weit weit weg in das gebeutelte Land der Khmer, Kambodscha, in eine andere Schule. Dies ist kein vorweihnachtlicher „mitleidheischender“ Aufruf, einer weiteren Organisation Geld zu spenden und die Welt zu verbessern, sondern nur ein hoffentlich unterhaltendes Update darüber, wie es mir ergangen ist und was mich noch mit der HPS verbindet:
Nach dem Abi also, inspiriert u.a. von Frau Buttler, habe ich meine Zuversicht eingepackt, die Zweifel geschluckt und mich auf den Weg nach Südostasien gemacht, um hier vier Monate lang zu leben und als Volontärin Englisch zu unterrichten. Im Alltag war erst das Englisch eine Herausforderung: Keiner von uns „non-natives“ hätte gedacht, dass die British people, mit denen wir zusammen leben, so schwer zu verstehen wären ;D Und niemand fährt, so sagt man, nach Asien, um sein Englisch zu verbessern... Ich danke Frau Zimmer für das optimistische Gutachten, das mich hergebracht hat! Tatsächlich lerne ich hier jeden Tag dazu! Mein Arbeitsplatz nennt sich „Protection Center“. Beschützt werden Waisen und andere Kinder, deren Eltern nicht für sie sorgen können. Sie leben wie eine große Familie, gehen zur Dorfschule und erhalten jeden Tag eine Stunde zusätzlichen Englischunterricht – von mir, der Lehrerin... („teachaaa!“) Die Organisation, der dieses Placement angehört, ist französisch. Für die durchschnittlich Informierten: Kambodscha war lange eine französische Kolonie, Bildung und Staatswesen waren französisch... Was man heute davon sieht, sind schöne Häuser und die berüchtigten französischen Toiletten, die es in Blagnac schon nicht mehr gibt. Herrn Grubert jedenfalls bin ich sehr dankbar für das Französisch, das er mich irgendwie sprechen gelehrt hat, denn meine Schulleiterin kann kein Englisch. Mit Händen und Füßen ringe ich um Vokabeln wie Lichtschalter, Quittung, unaufhaltsamer Regen (Pleut? Pleur? Pleuvoir? Heißt das nicht heulen? Dieses Wort konnte ich noch nie... In der Trockenzeit wäre das leicht zu kaschieren!), um die verwirrenden Sätze zu füllen, denen Madame mit einem geduldigen Lächeln zuhört. Beim Unterrichten – „Hier Ihre Klasse, Sie fangen morgen an“ - benutze ich automatisch die Methoden meiner eigenen Lehrer. Merke, welche Taktiken einfach sind und welche effektiv aber aufwendig. Verstehe ihr Benehmen besser als zuvor! Das einzige, was ich an der HPS vermisse, ist manchmal das Schülerdasein: passiv und mit hohen Erwartungen darauf warten, dass uns die Lehrer die fertigen Unterrichtsstunden servieren. Fakt ist: eine ausgebildete Lehrerin wird aus mir nie werden ;) Ansonsten ist das Leben hier, einfach gesagt, sehr schön. Kein einziges Mal habe ich die Entscheidung bereut, herzukommen. Die irritierenden Sorgen der Daheimgebliebenen, Kambodscha sei zu gefährlich, zu weit weg und zu anders, waren wie erwartet unbegründet. Das Ausgehen mit den Mitbewohnern und die Schönheit Kambodschas machen es leicht, die wirklichen Herausforderungen (Unterrichten; Heimweh) zu meistern. Sogar aus Herrn Denkewitz‘ Chemie-Kurs habe ich etwas mitgenommen: Jeden Donnerstag gibt es ein Pubquiz in der Innenstadt, die Fragen unmöglich zu beantworten. Bis auf eine: Das chemische Symbol für Diamant? Ha! Easy-easy.
Ich schreibe dies auf dem Balkon von unserem Volontärshaus, einem luftigen Holzbau, dessen Erdgeschoss jetzt unter Wasser steht. In den schlammbraunen Seen, die unsere Höfe jetzt sind, kann man Flöße bauen und schwimmen, wenn man ein Kind ist oder einfach dem Glitzern der Sonne nicht widerstehen kann. Vielleicht waren die heftigen Regenfälle in den Nachrichten. Zum Glück ist hier oben noch genug Platz für alle Volontäre. Der Pizzaservice liefert nicht mehr und man munkelt, dass die Krokodile aus der Krokodilfarm ausgebrochen sind... Wer‘s glaubt, muss hungrig zu Hause bleiben. :P Zum Schluss möchte ich den 13ern, meinem alten Jahrgang, ganz ganz viel Glück bei den irgendwie „ätzenden“ Klausuren wünschen und für die Zukunft: das klingt platt, aber es lohnt sich, auf sich selbst zu hören und etwas zu wagen. :) [update: wir mussten tatsächlich aus der Flut evakuiert werden. Jetzt sind wir wieder zurueck und meine Zeit ist fast um. Unglaublich... Schöne „wintrige“ Weihnachtszeit wuenscht Sanna aus Cambodia ^^x^^!] |
Termine
- 16.05.2012: - 26.05.2012: Litauen-Austausch: Schüler der HPS in S...
- 21.05.2012: - 26.05.2012: Schweden-Austausch: Schüler aus Örebro...
- 23.05.2012: - 15.06.2012: Schriftliche Abiturprüfung (Nachschreib...
- 23.05.2012: | 16.00 GA/ SV-Sitzung
- 26.05.2012: - 29.05.2012: Pfingstferien
- 27.05.2012: - 03.06.2012: Comenius: Koordinatoren- und Schülertre...
- 30.05.2012: 5. Klassen: Wahl der zweiten Fremdsprach...
Wetter
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