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![]() Mareile Fruhner berichtet aus Südafrika:
„Dumelang bana!“ - „Ageemma!“
Der Beginn eines normalen Schulalltags: Die Kinder versammeln sich auf dem Platz vor den Klassenräumen, heute tragen sie alle grüne Hosen bzw. Röcke und dazu gelbe Hemden. Es wird gesungen, der Schulleiter hält eine Rede, zwei Lehrerinnen ebenfalls, die Sieger des Sportfestes werden gelobt, es folgt ein Gebet und ein gemeinsames Lied.
Nun begeben sich alle in ihre Klassen, der Unterricht beginnt.
Eine kleine Schule in einem südafrikanischen Dorf namens Kortkloof, nahe der Grenze zu Botswana. Ziegen, Kühe und Esel laufen hier noch frei herum und Eselskarren transportieren Waren hin und her. Strom gibt es nur in manchen der kleinen Hütten und Wassereimer werden auf den Köpfen getragen. Hier scheint alles so zu sein, wie man es vom ländlichen Südafrika erwarten könnte. Die Schülerinnen und Schüler der Botlhale Intermediate School lernen, machen Blödsinn und Mathe gehört auf jeden Fall nicht zu ihren liebsten Fächern.
Doch irgendwas ist hier anders... seit einigen Monaten leben in einem Raum der Schule drei weiße Mädchen. So was hat man hier noch nicht gesehen! Die Aufregung ist groß. Was machen die hier? Warum sprechen sie nicht Setswana, so wie alle hier?
![]() Eine dieser drei Neulinge bin ich, Mareile Fruhner, 20 Jahre alt. Nach meinem Abi habe ich mich für ein "Weltwärts-Jahr" entschlossen, mich beworben und bei der Entsenderorganisation DSJW (Deutsch Südafrikanisches Jugendwerk) einen Platz bekommen (Danke Frau Dralle, für Ihre Unterstützung!). Gemeinsam mit Elli und Franzi helfe ich in der Botlhale Intermediate School mit, wir unterstützen die Lehrer in Fächern wie Mathe, Kunst und Kultur oder Wirtschaft, tippen Briefe und Klausuren oder kopieren Klausuren für sie. Nach der Schule helfen wir Schülerinnen und Schülern bei ihren Hausaufgaben, malen mit den Kleineren, kneten mit ihnen oder lassen die Mädchen Bändchen knüpfen. Einmal in der Woche treffen wir uns mit den Dorfkindern zum Youth Club, dort werden Spiele gespielt, es wird gelacht und getobt.
Nun haben wir begonnen den Neuntklässlern Computerunterricht zu geben und auch die Lehrerinnen und Lehrer sind daran interessiert, endlich zu lernen, wie man Texte abtippt.
Den Schritt von der Abiturientin zur Lehrerin, hätte ich mir nicht erträumen können. Eigentlich hatte ich mich nämlich für eine Stelle in einem Kindergarten beworben und diese auch bekommen. Nach etwa drei Monaten Abwaschen, Boden wischen, Toiletten reinigen und einfach Sklavin der Chefin sein, anstatt die Kinder zu sehen, bekamen wir die Chance unser Projekt zu wechseln und sind nun in Kortkloof gelandet.
![]() Die Kinder sind so herzlich und lieben es mit uns zusammen zu sein. Wenn ich nach einem anstrengenden Tag in ihre lächelnden Gesichter schaue, weiß ich wieder, warum ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden habe.
Gemeinsam mit einer Lehrerin bin ich im Matheunterricht der Klassen sieben, acht und neun. Es macht mir sehr viel Spaß den Unterricht vorzubereiten und durchzuführen. Jetzt verstehe ich besser, warum einige meiner Lehrer damals immer sauer auf uns waren, wenn wir die Klausuren verhauen haben. Die Kinder hier sind nämlich ziemlich schlecht und beherrschen nicht einmal die Grundlagen wie das kleine Einmaleins! Und das in der achten Klasse!
Die Neuntklässler sehen das alles einfacher, sie haben von Anfang an gar keine Lust, probieren es nicht und schlafen am liebsten oder sie unterhalten sich nebenbei. Von ihnen Respekt zu erhalten, ist manchmal wirklich schwer, was neben der Pubertät wohl auch daran liegen mag, dass viele von ihnen im gleichen Alter sind wie ich. Man kann hier eine Klasse mehrmals wiederholen, denn es gibt nur eine gemeinsame Schulform für alle.
Ein weiteres Problem ist, dass die Kinder jede einfache Aufgabe, wie 2x4 in ihren Taschenrechner tippen. Ihnen fehlt jede Vorstellung von Mengen und sie haben so gar kein Zahlengefühl. Manchmal fühle ich mich dann sogar wie ein berühmt-berüchtigter Lehrer der HPS, dessen Klausuren teilweise ohne Taschenrechner bewältigt werden mussten, da er stets das Kopfrechnen bewahren wollte;););) (Na, jeder, der ihn hatte, weiß wohl genau, von wem ich rede). Ach, und danke an alle meine Mathelehrer für die Grundlagen und das Wissen, das ich in Ihren Matheunterrichten gelernt habe. Hier habe ich der Lehrerin schon so mache Aufgabe erklärt, nicht schlecht, was?! =)
Jetzt weiß ich also, wie es ist Lehrerin zu sein, aber es macht wirklich Spaß, auch wenn die Kinder sehr viel Zeit und Übung brauchen und ich ebensoviel Geduld und Ausdauer!
![]() Was mich immer noch verwirrt, ist der Stundenplan. Hier gibt es nämlich sieben verschiedene Tage, die immer rotieren. So fragt man sich jeden Tag, ob nun Tag 2, 5 oder doch schon 7 ist. Außerdem geht der Unterricht theoretisch bis halb drei, um zwei klingelt es aber bereits und die Lehrer verlassen die Schule. Aber das ist eben Afrika. ;)
Die Klassen sind hier noch größer als bei uns damals. Die Zahl variiert zwischen 30 und 50 Kindern, die Räume sind jedoch ziemlich klein und es hat nicht jedes Kind einen eigenen Tisch zur Verfügung. Die Kinder lernen vieles durch einfaches Aufsagen im Chor und sie schreiben wenig auf, was ich für keine gute Lösung halte. Leider trauen sie sich auch nicht Fragen zu stellen, egal wie oft sie aufgefordert werden.
Ich bin froh, eine Schülerin der HPS gewesen zu sein. Danke an alle meine Lehrer, die mir vieles beigebracht haben, was ich hier brauchen kann und das, was ich nicht mehr brauche, habe ich sowieso schon vergessen :)
![]() Wer Fragen an mich hat oder nähere Infos über mich, weltwärts oder das DSJW haben möchte, ist herzlich eingeladen mir eine
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zu schreiben oder auf meiner Homepage Genaueres nachzulesen. Auch wenn die Antwort vielleicht etwas auf sich warten lässt, sie wird kommen. Ich habe hier nämlich nur selten einen Internetanschluss zur Verfügung.
Liebe Grüße aus Südafrika,
viel Glück und Erfolg für alle die, die nun ihr Abi schreiben. Ihr schafft das!
Eure Mareile |
Termine
- 16.05.2012: - 26.05.2012: Litauen-Austausch: Schüler der HPS in S...
- 21.05.2012: - 26.05.2012: Schweden-Austausch: Schüler aus Örebro...
- 23.05.2012: - 15.06.2012: Schriftliche Abiturprüfung (Nachschreib...
- 23.05.2012: | 16.00 GA/ SV-Sitzung
- 26.05.2012: - 29.05.2012: Pfingstferien
- 27.05.2012: - 03.06.2012: Comenius: Koordinatoren- und Schülertre...
- 30.05.2012: 5. Klassen: Wahl der zweiten Fremdsprach...
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