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„Ein Leben gegen Rassismus“schule_ohne_rassismus

Eine Veranstaltung der AG „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ mit Ruth Weiss

Am 15.06.2011 hatten wir, die HPS und insbesondere die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC), Ruth Weiss in einer öffentlichen Veranstaltung zu Gast, die deren Leben davon geprägt ist, gegen Rassismus zu kämpfen.

Für unsere Veranstaltung einen Titel zu finden, erwies sich als sehr schwer, denn mit den Erfahrungen von Ruth Weiss könnte man vermutlich mehrere Leben füllen.

1924 als Jüdin in Fürth bei Nürnberg geboren, emigrierte sie nach der Machtübernahme Hitlers mit ihrer Familie nach Südafrika, dort setzte sich die Wirtschaftsjournalistin gegen die Apartheid ein und schrieb für renommierte internationale Zeitungen. Als die südafrikanische Regierung Ruth Weiss des Landes verwies, lebte sie unter anderem in Simbabwe und England, mittlerweile wohnt sie allerdings wieder in Deutschland und so konnte sich die AG über eine schnelle Zusage der Schriftstellerin freuen, die bereits 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert worden war.

Nach einer kurzen Vorstellung seitens der AG erzählte Ruth Weiss über ihre Kindheit in Deutschland. Besonders erschreckend für uns war die Schilderung eines Schulbesuches kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, bei dem Ruth Weiss von einem Tag auf den anderen allein dastand, da alle ihre nichtjüdischen Freundinnen und Freunde sich von ihr abwandten. Auch die Tatsache, dass sie in den Jahren, in denen sie während der NS-Zeit in Deutschland lebte, von keinem einzigen „Deutschen“ so etwas wie Unterstützung erfuhr, stimmte viele nachdenklich.

Genauso wie bei diesem Thema kombinierte Frau Weiss auch bei den Berichten aus Afrika geschickt die freie Erzählung mit dem Vortrag von Auszügen aus ihren Büchern, die teilweise auf realen Begebenheiten beruhen oder der Realität nachempfunden sind. Später ging die leidenschaftliche Geschichtenerzählerin noch detailliert auf Fragen der Zuschauer ein.

Anschließend war es möglich, Bücher von Ruth Weiss zu erwerben und diese sich von ihr signieren zu lassen. Diejenigen, die noch Lust hatten, mehr von Frau Weiss zu erfahren, als es in der – im Verhältnis zu ihrem aufregenden Leben – kurzen Zeit der Veranstaltung möglich gewesen war, ließen die gelungene Veranstaltung mit einem gemeinsamen Essen ausklingen.

Ich denke, dass die Veranstaltung besonders für uns Schülerinnen und Schüler eine wichtige und interessante Erfahrung war, da es für uns wohl eher die Ausnahme bleiben wird, noch Zeitzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus oder der antirassistischen und antikolonialistischen Bewegung zu treffen.

Im Namen der AG möchte ich mich ganz herzlich beim Schulverein für die finanzielle Unterstützung, bei Frau Chikato und Frau Thevs, der Hamburger Freundin von Frau Weiss, für ihr Engagement im Sinne der Veranstaltung bedanken.

Im Namen der AG „SoR-SmC“

Annika Walkenhorst

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Fotos: Drs