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Kursfahrt nach Prag
09.01. – 13.01.2017

Da wir uns voriges Halbjahr mit einem Werk Franz Kafkas („Die Verwandlung“) beschäftigten, hatte unser Deutschleistungskurs von Frau Schleinitz, begleitet von Herrn Désor, das Glück, Prag zum Ziel unserer Studienfahrt machen zu können.
Nach dem kurzen Flug morgens waren wir bereits Montagmittag in Prag. Nachdem wir unsere Hotelzimmer bezogen hatten, tigerten wir in kleinen Gruppen los und durften die Stadt erst einmal auf eigene Faust ein wenig erkunden. Da unser Hotel nicht weit vom Wenzelsplatz entfernt war, konnten wir das meiste leicht zu Fuß erreichen.
Abend gingen wir dann alle zusammen essen, um anschließend mit einem lustigen „Bunten Abend“, organisiert von einem der Jungenzimmer, den Tag zu beenden, den natürlich das Lehrerteam gewann.

Bild 1

Am Dienstagmorgen hatten wir eine Stadtführung „Auf den Spuren Kafkas“, die uns die einzigartige Schönheit Prag eröffnete, teilweise kam es uns vor, als sei es nur eine Filmkulisse mit den vielen farbenfrohen Gebäuden in unterschiedlichsten Stilen und engen Gassen. Es erschien uns etwas absurd, wie Kafka in einer solch schönen Stadt diese eher dunklen Werke schaffen konnte, doch das Kafka-Museum am Ende der Führung gewährte uns einen Einblick die graue und trübe Gedankenwelt Kafkas. 

Bild 2

Anschließend hatten Jule, Johanna und Lina noch eine Stadtrallye vorbereitet, mit der wir nochmals die Chance bekamen, Prag allein zu erkunden. Es war erstaunlich, wie schnell man sich dort zurechtfand, denn durch die markanten Bauwerke war es ein Einfaches, sich zu orientieren. Ab dem frühen Abend hatten wir dann Freizeit und die Gruppen trennten sich, einige gingen noch ins Kino, wobei der Kinosaal eher dem eines Theaters glich, und später noch in eine Jazz-Bar, andere machten sich einen gemütlichen Abend im Hotel.

An dem darauffolgenden Tag hatten wir bei eisigen Temperaturen eine Führung durch das Jüdische Viertel mit teils bedrückenden Denkmälern für die Juden, die den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen waren, aber auch anderen interessanten Ausstellungen und atemberaubend schönen Synagogen sowie einem riesigen jüdischen Friedhof.

Bild 3

Im Anschluss daran machten wir uns auf den Weg zur Prager Burg über die Karlsbrücke. Diese mit all den tschechischen Heiligen und wichtigen Persönlichkeiten zu überqueren, war überwältigend und man wusste gar nicht, wo man zuerst hingucken sollte. Angekommen an der Prager Burg wurden wir erst einmal von dem Anblick der Kathedrale gepackt, als sich man darin befand, wusste man nicht, wo man zuerst hinsehen sollte. Leider war die Kathedrale das einzige Gebäude, das wir von innen betrachten konnten, da im Winter alle Sehenswürdigkeiten um 16.00 Uhr schließen und es schon zu spät war.

Bild 4

Am frühen Abend ging eine kleine Gruppe an Schülerinnen noch mit den beiden Lehrern in die Oper, in der das Stück „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi aufgeführt wurde. Eine wunderschöne Vorstellung in einem wunderschönen Theater.
Die anderen machten sich einen schönen Abend in kleineren Gruppen.

Am Morgen des Donnerstag begaben wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Theresienstadt, einer ehemaligen Festung, in der von den Nationalsozialisten ein Gestapo-Gefängnis in der „Kleinen Festung“ und ein Sammel- und Durchgangslager für Juden in der Garnisonsstadt eingerichtet wurden. Zunächst hatten wir eine Führung durch die „Kleine Festung“, es war erdrückend, diese ganzen Zellen, teilweise ohne jegliches Tageslicht, zu sehen und wir konnten uns kaum vorstellen, dass Menschen dort über Jahre festgehalten wurden. 

Bild 5

Anschließend waren wir noch in zwei Ausstellungen in der Garnisonsstadt. Die erste Ausstellung im Knabenheim war unbeschreiblich deprimierend mit den selbstgemalten Bildern von kleinen Kindern über ihre Träume und Wünsche und der Tatsache, dass sie letztendlich doch in der schrecklichen Realität feststeckten. Auch die zweite Ausstellung in einer Kaserne, in der zahllose Juden festgehalten wurden, war erschreckend und niederschmetternd. Theresienstadt hat in uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, auf der gesamten Rückfahrt herrschte eine merkwürdig angespannte Stimmung und es war ungewöhnlich still.
Der Tag fand einen eher makabren Abschluss in einem Schwarzlichtheater, welches, um es vorsichtig zu formulieren, vielleicht etwas unter unserem Niveau war.
Trotzdem war die Kursfahrt alles in allem ein wunderschönes Erlebnis und die Stimmung untereinander war äußerst harmonisch.
Am Freitag mussten wir uns dann leider schon wieder von Prag Abschied nehmen und eine schöne Zeit ging zu Ende!

Leonie Bravos

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