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Lit 2016 03Am Donnerstag den 05. November 2015, warteten wir am frühen Abend mit unseren Begrüßungstaschen auf unsere litauischen Austauschpartner. Nach deren Ankunft haben wir uns recht schnell gefunden und auf Anhieb auch gut verstanden. Der erste Abend wurde im Familienkreis verbracht. Am nächsten Tag stand der Ausflug zum Konzentrationslager Bergen-Belsen und nach Celle auf dem Programm. (Bild 1)

Die Führung in Bergen-Belsen begann mit einer Präsentation, die uns einen guten Gesamteindruck verschaffte. Beim Gang über das Gelände sahen wir viele Monumente und Grabsteine, unter anderem den von Anne Frank, die in Bergen-Belsen ums Leben kam. In der Gedenkstätte des Konzentrationslagers, einem großen Gebäude aus Beton, das einen massiven, kalten und erdrückenden Eiundruck auf uns machte, hatten wir viel Zeit, uns mit individuellen Schicksalen auseinanderzusetzen, anhand von Texten, Bildern und Interviews von Menschen, die zur NS-Zeit hier inhaftiert waren. Da der Besuch im KZ vielen sehr zu Herzen ging, verlief der Aufenthalt in Celle beruhigend und entspannt. Nach 2 Stunden Freizeit im Park oder in der Innenstadt begann unsere Führung am Schloss. (Bild 2)

Wir erlebtem Celle als eine überschaubare, aber sehr gemütliche Stadt mit vielen besonderen Fachwerkhäusern. Bei unserer Rückkehr in Buxtehude waren vor allem die Litauer noch energiegeladen und so beschloss eine größere Gruppe von uns, den Abend in einer Kneipe ausklingen zu lassen. Es gab allerdings Probleme, eine mit genügend Kapazität zu finden, bis wir schließlich im "Entelein" Aufnahme fanden.
Am Samstag ging es früh morgens los mit der Bahn nach Berlin. (Bild 3)

Die Stadtführung durch Frau Buttler und Herrn Hausmann, deren Schwerpunkt passend zu unserem Projektthema auf Orten der Erinnerung lag, führte u.a. vorbei an den weißen Kreuzen in der Nähe des Reichstags, die an die Todesopfer an der Berliner Mauer erinnern, der Gedenkstätte für die ermordeten Sinti und Roma, (Bild 4)

dem Holocaust-Mahnmal (Bild 5)

bis hin zur Neuen Wache, (Bild 6) der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschafft.

Das Denkmal zur Bücherverbrennung konnten wir nicht besichtigen, weil genau in diesem Bereich eine Großdemonstration mit Gegendemonstration stattfand. Die Menschenmassen und auch das große Aufgebot an Polizisten und Polizeifahrzeugen brachte die Litauer zum Staunen, da sie in ihrem Lande Demonstrationen dieser Größenordnung nicht kennen. Anschließend gab es eine Führung im Jüdischen Museum, (Bild 7) die uns die Geschichte der Juden in Deutschland näher brachte, und zwar in drei Gruppen mit einem jeweils anderen Thema. Nach einem anstrengenden, aber sehr interessanten Tag traten wir die Rückreise nach Buxtehude an.

Den Sonntag haben wir mit unseren Familien verbracht. Viele sind mit der Fähre nach Hamburg gefahren und hatten dort einen schönen Tag.
Der Montag begann mit einem Empfang und einer Rede unserer Schulleiterin Frau Fees-McCue, in der sie unsere litauischen Gäste willkommen hieß und unsere Schule kurz vorstellte. (Bild 8)

Dann gingen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austausches gemeinsam zu einem Gespräch und anschließender Fragerunde mit der Buxtehuder Bürgermeisterin Frau Oldenburg-Schmidt ins Stadthaus. Hauptgesprächsthema war hierbei die Flüchtlingskrise und ihre Auswirkungen auf Buxtehude. Im Anschluss wurden die Litauer durch die Stadt und die Schule geführt, während die deutschen Schüler am regulären Unterricht teilnahmen. Zum Abschluss des offiziellen Programmes spielten die Mädchen beider Länder Völkerball und die Jungen Fußball gegeneinander. Dieses Spiel endete mit einem 8:8 Unentschieden, für einige ein klares Zeichen der Freundschaft.

Am Dienstag begann die gemeinsame Projektarbeit zum Thema „Orte des Erinnerns – Orte des Vergessens“ in den fünf Projektgruppen Kunst (Frau Schliemann), Geschichte (Frau Wiegand), Theater (Frau Buttler), Fotografie (Herr Ežerinskis und Herr Hausmann) und Musik (Herr Désor). Der späte Nachmittag und der Abend standen den Schülerinnen und Schülern bzw. den Familien frei zur Verfügung.

Am Mittwoch in Hamburg gingen wir zuerst zu Fuß durch den Alten Elbtunnel. Auf der anderen Seite erhielten wir interessante Fakten und Information zur Skyline der Stadt, zum Beispiel zu Hafen, Musicals und Elbphilharmonie. Unser nächster Anlaufpunkt war die St. Michaelis Kirche (der Michel). Dort bestiegen wir den Turm, der uns eine wunderschöne Sicht über Hamburg ermöglichte, die nur ein wenig durch das trübe Wetter gemindert wurde. Als nächstes erwartete uns im Inneren der Kirche ein kurzer Gottesdienst mit einer Präsentation der drei Orgeln. Vom Michel aus fuhren wir zum Ohlsdorfer Friedhof, der thematisch perfekt zu unserem Projekt passte. (Bild 9) Wir erfuhren bei der Führung einiges über die Geschichte des Friedhofs, aber auch welche Rolle er heute noch spielt. Nach diesem Programmpunkt begann unsere Freizeit, die wir ganz unterschiedlich verbrachten und nach der wir uns am Hauptbahnhof trafen, um dann gemeinsam von den Landungsbrücken aus zum Musical „ Das Wunder von Bern“ zu fahren, das uns allen sehr gut gefiel.

Am Donnerstag wurde die Projektarbeit fortgesetzt und die Präsentation der Ergebnisse für den Freitag vorbereitet.
Die Projektpräsentation am Freitag in der Aula verlief erfolgreich, vor vielen Zuschauern, davon überwiegend Oberstufenschüler. Die Vorstellung der Projektgruppen Kunst, Geschichte, Theater, Fotografie und Musik wurde eingerahmt durch musikalische Beiträge des Trios Marvin Fussi, Finn Kruse und Michael Reichert. Beim Abschiedsabend mit einem reichhaltigen Buffet ließen alle Teilnehmer die ereignisreichen Tage noch einmal Revue passieren. Den Rest des Abends und den Samstag bis zur Abfahrt der Litauer am frühen Abend nutzten die meisten, um mit ihren Gästen verschiedene Dinge zu unternehmen.
Nach diesem erfolgreichen ersten Teil des Austausches freuen wir uns alle auf den Besuch in Litauen im Mai. (Bild 10)

Georg Anisimov, Lena Baalhorn, Arne Hollstein, Johanna Lohmann

 

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