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1st German-African UNESCO Youth Climate Action Conference

 

Youth Climate Action Conference 4

 

Erster Eindruck: Müll

Qualmende Müllberge – der Blick aus dem Hotelfenster, stechende Gerüche, sobald man um die nächste Ecke biegt, Menschen, unter ihnen Kinder, die jüngsten haben gerade einmal Laufen gelernt, die die unbefestigten und mit Müll übersäten Wege entlanglaufen. Der Dampf, der von den gräulichen Ansammlungen von Müll aufsteigt wird täglich eingeatmet. Dieses sind Bilder, die man aus Dokumentationen kennt. Doch während ich eben diese Dokumentationen sehe, überfällt mich der Gedanke: „Es kann doch nicht an vielen Plätzen auf der Welt derart vermüllt aussehen.“ Es kommt mir irgendwie irreal vor. Hier im verhältnismäßig sauberen Deutschland mit den Mülleimern, die alle fünfzig Meter am Wegesrand stehen.

Dann der nächste Gedanke: „Aber was soll ich denn jetzt tun? Kann man dieses Problem, das ja nur eines von vielen ist, lösen?“

 

 

Ice-Breaking bei 30 Grad

Vom 3. bis 10. Dezember 2017 war ich für die Halepaghen-Schule unterwegs, um in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, an der „ersten Deutsch-Afrikanischen UNESCO Jugend Klima-Maßnahmen-Konferenz“ teilzunehmen. Mit einer aus ca. 20 Personen bestehenden Gruppe aus Deutschland reisten wir, nach einer zwangsmäßigen Übernachtung in Frankfurt und einem anschließenden Nacht-Aufenthalt in Äthiopien, in Maputo an

Youth Climate Action Conference 6

Nach Ankunft im Hotel lernten wir die Delegationen aus Tansania, Uganda, dem Senegal, Namibia, und Mozambik kennen. So verbrachten wir den ersten Tag mit „Ice-Breaking-Activities“ und ersten Gesprächen über die laufenden Projekte zum Thema Klimawandel an unseren Schulen, sowie den Problematiken und Lösungsansätzen.

 Youth Climate Action Conference 1

 

Unsere Aufgabe: Zukunft gestalten

In einem feierlichen Rahmen erfolgte die Eröffnungszeremonie am nächsten Tag. Hier erhielten wir die ersten Motivationsanstöße in Form von Reden, jedoch wurde auch gleich offen von den örtlichen Problematiken berichtet.

„Grenzen durchbrechen und die Zukunft gestalten!“, so starteten wir in die kommenden Tage. Wir nahmen an verschiedenen Workshops teil, in denen wir darüber diskutierten, wie wir auf den Klimawandel aufmerksam machen, aber auch aktiv handeln können. Deutlich wurde, dass es wichtig ist, Kooperationen mit externen Partnern einzugehen und somit die Problematik auch außerhalb der Schule anzusprechen. Dabei entwickelten und sammelten wir Vorschläge, wie dies erreicht werden könnte. Kleine wie auch große Ideen wurden angenommen und ausgetauscht.

Ein weiterer Aspekt, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist, wurde behandelt: Wir lernen für die Zukunft und für das Leben. Das Thema Klimawandel kann in allen Fächern eingebunden werden. Dadurch wird einem selbst schneller klar, wofür man lernt und mit dem erlangten Wissen kann Gutes getan werden!

 

 

Eine Welt in 50 Jahren: schön schrecklich

Es folgten weitere Projektarbeiten und hitzige politische Diskussionen, die sich auch schnell mal über zwei Stunden zogen, weil es einfach keine Kompromisse gab. Zu viele Meinungen - zu viele Probleme. Ein Grund mehr weiterzumachen und nach Lösungen zu suchen!

Bei einem Theaterprojekt wurden mit einfachen Mitteln, aber auf eindrucksvolle Weise die Veränderungen in den sozialen Strukturen dargestellt. Es wird immer gehetzter, die Menschen achten nicht länger aufeinander, denken nur an sich und ihr eigenes Überleben, bis sie letztendlich an den selbst geschaffenen Folgen sterben. In diesem Theaterstück siegte das Gute, die Menschheit schaffte es zu überleben. Doch wer sagt, dass es in der „realen“ Welt auch so glücklich ablaufen wird?

Selbstgedrehte Filmclips zu mehreren Themen gaben die Meinung von Passanten zum Thema Klimawandel und ihren Vorstellungen der Welt in einigen Jahren wieder.

Das Thema „Welt ohne Geld“ wurde ebenfalls getestet. Besitzt man allein durch das Tauschen von dem, was man gerade hat, nicht all das, was man in diesem Moment benötigt? An Sarkasmus mangelte es nicht, auch eine Nachrichtensendung 50 Jahre in der Zukunft wurde gedreht. Weitere, wie ich finde, auch hier in Deutschland gut umsetzbare Ideen.

 Youth Climate Action Conference 3

Youth Climate Action Conference 8

 

Andere Länder, anderer „Lifestyle“

An zwei Nachmittagen fuhren wir in die Stadt, um mehr von der Lebensweise der Menschen zu sehen und zu erfahren, aber auch um die Probleme mit eigenen Augen zu erfassen. Wir besichtigten die „Rizwan Adatia“ Stiftung, in der Workshops für Einheimische gegeben wurden, wie sie beispielsweise mit Computern umgehen, aber auch wie sie Körbe flechten und so auf eigenen Beinen stehen können. Die Offenheit einiger Menschen überraschte wohl den einen oder anderen aus unserer Gruppe. Ein unangenehmes Gefühl überkam mich jedoch, als wir in die unterschiedlichen Räume eintraten und die Teilnehmer der Workshops aufstehen mussten, um uns zu begrüßen.

Der kleine, etwas in die Jahre gekommene Bus, fuhr uns durch die Stadt - die Armut ist allgegenwärtig. Die Behausungen: vor allem Blechhütten und selbst gebaute Unterstände. Die Busse: derart voll, sodass die Mitfahrenden krumm übereinander gebeugt stehen.

Wir besuchten einen Holzschnitzer Markt und fuhren an die Küste des Indischen Ozeans. Doch so schön dies auch klingen mag, seine Füße in das warme Wasser zu halten, auch hier lag Müll. Von Mülleimern keine Spur…

 

 Jeder als Wandel

Auch das menschliche werde ich lange in Erinnerung behalten. Die angenehme, offene und unkomplizierte Atmosphäre ermöglichte auch private Gespräche. Man bekam die Chance, sich mit vielen verschiedenen Menschen unterschiedlicher Herkunft auszutauschen und Bekanntschaften zu machen. So flogen wir nach fünf arbeitsintensiven und mitreißenden Tagen müde, aber vollbepackt mit neuen Anregungen nach Hause.  

Und wie ein Schüler aus Uganda am Ende sagte: „Ich bin sicher: Wir können der Wandel sein!“

 Youth Climate Action Conference 2

 

Svewa Rehder (9e)

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